AfA in der Ergänzungsbilanz

Das BMF äußert sich zur Abschreibung der Mehrwerte in der Ergänzungsbilanz eines Gesellschafters einer Personengesellschaft anlässlich eines Gesellschafterwechsels und reagiert damit auf die neue BFH-Rechtsprechung.

Hintergrund: Der BFH hatte entschieden, dass sich die Abschreibung in der Ergänzungsbilanz des Gesellschafters nicht nach der Abschreibung in der Gesamthandsbilanz der Personengesellschaft für dieses Wirtschaftsgut richtet. Vielmehr kann der Gesellschafter die AfA in der Ergänzungsbilanz nach der verbleibenden Restnutzungsdauer bestimmen. Auch stehen dem Gesellschafter in der Ergänzungsbilanz diejenigen AfA-Wahlrechte zu, die auch ein Einzelunternehmer bei Erwerb des Wirtschaftsguts hätte.

Das BMF macht nun deutlich, dass die AfA in der Gesamthandsbilanz aber gleichwohl die AfA in der Ergänzungsbilanz beeinflusst; denn die in der Gesamthandsbilanz in Anspruch genommene AfA ist, soweit sie auf den Neugesellschafter entfällt, auf die AfA in der Ergänzungsbilanz anzurechnen, selbst wenn dort eine andere Restnutzungsdauer zugrunde gelegt wird.

Beispiel: Die A-OHG, an der A und B mit jeweils 50 % beteiligt sind, schreibt ein Wirtschaftsgut (WG) mit Anschaffungskosten (AK) von 100 und einer Nutzungsdauer von zehn Jahren jährlich mit einer AfA von 10 ab. Nach acht Jahren steht das WG mit einem Wert von 20 in der Bilanz der A-OHG. Nun kauft C dem B seinen Anteil ab. Vom Kaufpreis des C entfallen 35 auf das WG, das noch eine tatsächliche Restnutzungsdauer von fünf Jahren hat.

Lösung: C muss von den 35 einen anteiligen Buchwert des WG von 10 (50 % von 20) abziehen und damit 25 in der Ergänzungsbilanz aktivieren. Er darf diese 25 nun aber nicht über fünf Jahre abschreiben und damit eine AfA von 5 jährlich in der Ergänzungsbilanz geltend machen, sondern nur eine AfA in Höhe von 2 jährlich. Denn seine AK für das WG betragen 35, so dass sich jährlich eine AfA von 7 ergibt (35 : 5 Jahre). Von diesen 7 werden aber bereits 5 als AfA in der Gesamthandsbilanz für C in Anspruch genommen, nämlich 50 % von 10 (jährliche AfA auf das WG in der OHG-Bilanz). Damit verbleibt für die Ergänzungsbilanz nur noch ein Betrag von 2 als AfA für die Ergänzungsbilanz.

Quelle: BMF, Schreiben vom 19.12.2016 - IV C 6 - S 2241/15/10005

Hinweis: Dieser Artikel ist vom 13.02.2017. Bitte achten Sie darauf, dass Informationen zu der genannten Thematik bereits überholt sein könnten.

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