Bilanzierung von stornobehafteten Provisionen eines Versicherungsvertreters

Grundsätzlich sind Provisionen nach den allgemeinen steuerlichen Regelungen zur Erfassung von Betriebseinnahmen in dem Zeitpunkt zu erfassen, in dem der Versicherungsnehmer die Prämie an das Versicherungsunternehmen gezahlt hat.

Bei Lebensversicherungen ab 2008 besteht die Besonderheit, dass die Abschlusskosten bei der Berechnung des Rückkaufswertes auf die ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit verteilt werden müssen. Die Provision ist somit jährlich zu jeweils 20 % zu versteuern.

Bei sofortiger Auszahlung der Provision ergibt sich ein Steuerstundungseffekt für den Versicherungsvertreter, da lediglich 20 % der Provisionen sofort versteuert werden müssen. Die restlichen 80 % sind als Darlehen anzusehen und in den folgenden vier Jahren gewinnerhöhend aufzulösen.

Werden dem Versicherungsvertreter bereits verdiente Provisionen nicht ausgezahlt, sondern auf einem sog. Stornoreservekonto verbucht, so muss eine entsprechende Forderung gewinnerhöhend aktiviert werden.

Um das Risiko eines Provisionsausfalls innerhalb des Provisionshaftungszeitraumes abzufangen, kann der Versicherungsvertreter eine Stornorückstellung gewinnmindernd passivieren. Für die Ermittlung der Rückstellungshöhe kann auf die Stornoquote der letzten Jahre zurückgegriffen werden. Die Stornoquote lässt sich aus dem Verhältnis von Provisionen insgesamt zu den tatsächlich ausgefallenen Provisionen berechnen und soll höchstens 10 % betragen.

Weitere Informationen finden Sie im Volltext.

Hinweis: Dieser Artikel ist vom 17.09.2014. Bitte achten Sie darauf, dass Informationen zu der genannten Thematik bereits überholt sein könnten.

NWB Rechnungswesen - BBK
bpo 2015:Rechnungswesen

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