Begrenzung der Mietkosten bei doppelter Haushaltsführung gilt nicht für Einrichtung

Die gesetzliche Begrenzung der Kosten einer doppelten Haushaltsführung auf 1.000 € monatlich gilt nur für die Miete der Zweitwohnung, nicht aber für die Einrichtung der Zweitwohnung. Diese Kosten sind unbeschränkt abziehbar, soweit sie angemessen sind.

Hintergrund: Bei einer doppelten Haushaltsführung können u.a. die Kosten für die Zweitwohnung steuerlich abgesetzt werden. Der Gesetzgeber hat aber ab 2014 den Abzug der Kosten für die Nutzung der Zweitwohnung auf monatlich 1.000 € beschränkt.

Sachverhalt: Der Kläger machte ab Mai 2014 eine doppelte Haushaltsführung geltend. Seine Miete für die Zweitwohnung betrug für acht Monate ca. 6.800 €, und die Kosten für die Einrichtung der Zweitwohnung beliefen sich auf ca. 3.000 €. Das Finanzamt erkannte insgesamt nur 8.000 € an, nämlich den monatlichen Höchstbetrag von 1.000 € für acht Monate (ab Mai 2014).

Entscheidung: Das Finanzgericht Düsseldorf berücksichtigte auch den verbleibenden Betrag von 1.800 € und gab der Klage statt:

  • Die gesetzliche Beschränkung des Werbungskostenabzugs gilt nur für die Miete, nicht aber für die Einrichtung der Zweitwohnung. Dies ergibt sich aus dem Wortlaut der Regelung, die von „Unterkunftskosten“ spricht. Dieser Begriff umfasst nicht die Einrichtung.
  • Auch der Sinn und Zweck der Neuregelung spricht dafür, die Kosten für die Einrichtung nicht der Abzugsbeschränkung zu unterwerfen. Vor dem Inkrafttreten der Neuregelung war nämlich die Miete nur insoweit abziehbar, als sie die Durchschnittsmiete für eine 60 m² große Wohnung am Beschäftigungsort nicht überstieg. Die Ermittlung dieser Durchschnittsmiete führte in der Praxis regelmäßig zu Schwierigkeiten. Der Gesetzgeber wollte daher eine praktikable Neuregelung einführen und die Miete bis zu einer Höhe von 1.000 € zum Abzug zulassen. Eine Beschränkung des Abzugs der Einrichtungskosten war damit aber nicht gewollt.

Hinweise: Das FG widerspricht der Auffassung der Finanzverwaltung, die die Kosten für die Einrichtung ebenso wie die eigentliche Miete nur bis zum Höchstbetrag von monatlich 1.000 €, d.h. jährlich 12.000 €, anerkennen will. Das FG hat die Revision zum BFH zugelassen. Mietet der Arbeitnehmer eine möblierte Zweitwohnung am Beschäftigungsort an, dürfte die Miete nur bis maximal 1.000 € monatlich abziehbar sein. Nach dem FG-Urteil wäre es für den Arbeitnehmer also steuerlich günstiger, eine unmöblierte Wohnung anzumieten und die Wohnung auf eigene Kosten einzurichten.

Quelle: FG Düsseldorf, Urteil vom 14.03.2017 – 13 K 1216/16 E, Rev. beim BFH: VI R 18/17

Hinweis: Dieser Artikel ist vom 24.05.2017. Bitte achten Sie darauf, dass Informationen zu der genannten Thematik bereits überholt sein könnten.

NWB-Rechnungswesen - BBK
bpo 2015:Gesetze&Urteile;bpo 2015:Steuerrecht

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